Ablösung der Schuppen bei Psoriasis
WIRKSTOFFE IN CREMES UND SALBEN
Bei der Behandlung einer Schuppenflechte müssen die Medikamente
und die Behandlungsart so gewählt werden, dass keine zu starken
Reizungen der Haut entsteht, da dies sonst als zusätzlicher
Reiz wirken kann und neue Herde entstehen können. So wird bei
kleinen, frischen, rasch entstehenden Formen der Schuppenflechte,
bei denen meist auch ein Juckreiz auftritt, eine mildere Therapie
bevorzugt als bei schweren Formen der Schuppenflechte.
Ablösung der Schuppen
Salzylsäure
Salizylsäure entfernt in Konzentrationen bis zu 2% die Schuppen
direkt. In einer höheren Konzentrationen wird das Schuppenmaterial
aufgequollen und abgelöst.
Je nach der zu behandelnden Stelle wählt man unter verschiedenen
Trägerstoffe zur Einarbeitung der Säure. Für den
Körper hat sich weiße Vaseline bewährt. Die mit
einer drei bis 5%-igen Lösung angereicherte Vaseline wird mehrere
Tage lang auf die betroffenen Hautstellen gestrichen. An Handflächen
und Fußsohlen, an denen oft dickere Schuppen entstehen, muss
die Konzentration von Salizylsäure oft auf über 10% erhöht
werden.
Auf dem behaarten Kopf hat sich eine Mischung aus Olivenöl
und fünf bis zehnprozentiger Salizylsäure bewährt,
die über Nacht einwirkt. Der Patient sollte das vorbereitete
Öl auf die Kopfhaut auftragen und mit einer Kappe abdecken.
Leichter zu handhaben sind Salben, die in die Kopfhaut massiert
werden können.
Salizylsäure verwendet man bei allen stark schuppenden Formen
der Schuppenflechte. Nicht anwenden sollte man Salizylsäure
entzündeter Haut, bei Wunden oder Verletzungen. Auch ein schweres
Leberversagen oder Nierenversagen ist ein Grund, Salizylsäure
nicht zu verwenden. Kinder, Schwangere oder stillende Mütter
sollten ebenfalls Salizylsäure nicht verwenden.
Salizylsäure wirkt im Körper giftig. Deswegen sollte
man Salizylsäure nicht auf großen Flächen anwenden.
Man sollte die empfohlene Dosis nicht überschreiten. Salizylsäure
deaktiviert Calcipotriol, eine Behandlung mit Salizylsäure
sollte erst nach drei Tage nach dem Absetzen vom Calcipotriol begonnen
werden.
Bei längerer Behandlung mit Salizylsäure ist darauf zu
achten, dass diese Säure vom Organismus aufgenommen wird und
zu Schäden an den Nieren, dem zentralen Nervensystem und dem
Magen-Darm-Bereich führen kann. Eine längere Behandlung
auf großen Körperflächen mit hohen Konzentrationen
der Säure sind also nicht ratsam.
Resorzin
Resorzin löst in Konzentrationen über
10% ebenfalls Schuppen ab. Allerdings ist dieser Wirkstoff nicht
für alle Patienten gut verträglich, es können Allergien
oder z. B. auch eine Verfärbung bei blonden Haaren auftreten.
Da bei großflächigen Anwendung eine Schädigung der
Nieren und sogar Vergiftungserscheinungen auftreten können,
wird dieser Wirkstoff nur noch sehr selten verwendet.
Harnstoff hat eine wesentlich mildere Wirkung und kann in Konzentrationen
von circa 20% ebenfalls Schuppen ablösen. Harnstoff ist ein
Körpereigenes Produkt. Bis auf ein gelegentliches leichtes
Brennen sind bislang keine Nebenwirkungen bekannt.
Einen milden, entschuppenden Effekt haben auch Bäder mit einem
Zusatz von Kochsalz. Die Konzentration des Kochsalzes sollte dabei
bei 5% oder höher liegen. Verwendung findet hierbei einfaches,
ungereinigtes Salz.
weiter
|