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FORMEN UND ERSCHEINUNGSBILDER DER SCHUPPENFLECHTE

Der Verlauf der Schuppenflechte ist unvorhersehbar und wechselt je nach Patient ab. Es kommt vor, dass zwischen einigen Schüben einige Jahre vergehen, manchmal sind es auch nur wenige Wochen. Die betroffenen Stellen können nach kurzer Zeit abheilen oder auch für längere Zeit die typische Schuppenbildung zeigen.

Verlaufsformen der Schuppenflechte
Es können aufgrund vielfältiger Beobachtungen drei verschiedene Verlaufsformen der Schuppenflechte unterschieden werden, die wahrscheinlich abhängig von der Veranlagung sind.

- Eine plötzlich auftretende Form, wie ein Ausschlag
Diese Form erscheint häufig bei oder nach Infektionen im Hals, in der Nase und in den Ohren. Häufig betroffen sind davon Kinder und Jugendliche.

- Eine chronische Form mit wenigen Herden
Es bilden sich deutlich über die Hautoberfläche erhabene und stark schuppende Stellen. Überwiegend betroffen sind die Ellenbogen, die Knie und das Kreuzbein, manchmal auch der Kopf und der Oberkörper. Die betroffenen Stellen verändern sich kaum, wachsen kaum und sind auch schwer zu behandeln.

- Die feucht-entzündliche Form
Die betroffenen Stellen sind sehr rot, die Schuppen sind glänzend und eher gelblich. Diese Form der Schuppenflechte ist sehr reizbar und zeigt oft schwere Verläufe auf. Manchmal ändert sich die Gestalt der Schuppenflechte oder es bilden sich Pusteln.

Erscheinungsbild der gewöhnlichen Schuppenflechte
Eine Gemeinsamkeit aller Erscheinungsformen liegt darin, dass am Anfang ein rötlicher, leicht schuppender Fleck entsteht, der jedoch rasch an Größe gewinnt und sich verdickt.

Die vielen unterschiedlichen Erscheinungsbilder der Psoriasis sind nicht selten verwirrend. Beschreibende Bezeichnungen wie zum Beispiel die haargebundene Schuppenflechte, die punktförmige Schuppenflechte, die tropfenförmige Schuppenflechte, die münzförmige Schuppenflechte oder auch die kreisförmige Schuppenflechte wurden geschaffen. In all diesen unterschiedlichen Herden lassen sich jedoch die typischen Anzeichen der Schuppenflechte nachweisen. Im Großen und Ganzen ist bis heute nicht bekannt, wie es zu diesen verschiedenen Formen kommt. Jedoch sind die Ursachen bekannt, die zu Veränderungen einen Finger- und Zehennägel führen.

Die Psoriasis vulgaris ist die häufigsten Erscheinungsform der Schuppenflechte. Einzelne Schuppenflechte-Herde sind scharf abgegrenzt und von silbrig-weißen Schuppen bedeckt. Diese Schuppen lassen sich leicht ablösen. Beim Kratzen sind die Schuppen deutlich zu erkennen. Die unter den Schuppen liegende Haut ist sehr dünn, man nennt sie auch "das letzte Häutchen". Wird dieses letzte Häutchen entfernt so bilden sich punktförmige Blutungen. Die betroffenen Stellen können können heftig jucken, sie sind in Größe und Form unterschiedlich. Die Schuppen-Herde bilden sich oft an den Knien, den Ellenbogen, dem Haaransatz und dem Kreuzbeinbereich. Die verschiedenen Formen der Psoriasis vulgaris werden in folgende Gruppen unterteilt:

- punktförmig: Psoriasis punctata
- landkartenähnlich: Psoriasis geographica
- münzgroß: Psoriasis nummularis
- ringförmig: Psoriasis anularis
- tropfenartig: Psoriasis guttata
- girlandenartig: Psoriasis gyrata

Eine Therapie ist abhängig von der Schwere der Erkrankung. Es müssen die verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel die Schwere der Schuppung, die Ausdehnung der Plaques, die starke des Juckreizes oder die Aktivität der Erkrankung, berücksichtigt werden. Leichte Formen behandelt man vorwiegend örtlich, zum Beispiel mit Vitamin D oder Kortikoiden. Bei schweren Formen der Erkrankung kombiniert man diese örtliche Therapie mit einer Fototherapie. Auch Solebäder, eine UV-Therapie oder eine Photochemotherapie werden häufig eingesetzt.

Geographische Schuppenflechte (Psoriasis geopgrphica)
Es entstehen einzelne Herde, die meist eine münzförmige Struktur haben. Es gibt jedoch auch Formen, die durch die Ausdehnung und das zusammenschließen einzelner Herde entstehen. Die Schuppenbildung ist sehr ausgeprägt und die Schuppen glänzen fein silbrig. Wenn diese Schuppenherde über eine längere Zeit bestehen, bilden sich verdickte Herde. Da es im Zentrum des Schuppenherdes zu einer Heilung kommen kann, während die Außenränder weiter wachsen , können bizarre Formen entstehen.

Besonderer Körperregionen
Oft für die Erscheinung der Schuppenflechte durch die jeweils befallene Körperregion bestimmt. Zum Verständnis dafür muss man wissen, dass die Haut nicht überall gleich beschaffen ist, unterschiedlich verhornt und verschiedenen starken Belastungen unterliegt. Entsprechend differenziert fällt dann auch das Erscheinungsbild der Schuppenflechte aus.

Kopf
Schuppenflechte an den beharrten Stellen des Kopfes sind nicht selten, zuweilen bleibt es auch die einzig gefallene Partie des Körpers. Dafür typisch sind scharf abgesetzte rote Stellen mit einer mehr oder weniger starken Schuppenbildung. Bei fettigen Haaren färben sich diese Schuppen durch den Talg gelblich. Besonders tückisch sind Schuppenherde an den Stirnhhaar- und Nackenhaargrenzen. Aber auch die Schläfenpartien können bandartige, weniger schuppende Stellen aufweisen. Diese Erscheinungen sind natürlich störend, können aber gut behandelt werden, ohne Narben zu hinterlassen.
Der behaarte Kopf kann aber auch insgesamt von leicht silbrig glänzenden Schuppen bedeckt sein. Ist der Kopf mit sehr dicken und festen Schuppen überzogen, kann es manchmal auch zum Haarverlust kommen, der allerdings nach der Entfernung der Schuppen wieder verschwindet. Die Haare wachsen allzu wieder nach, da die Wurzeln erhalten bleiben.
Im Falle einer Rötung des ganzen Körpers (psoriatische Erythrodermie) kann es jedoch zu einem sehr ausgeprägten Haarverlust kommen, da die Störung des Stoffwechsels sich auf die Wurzeln der Haare auswirkt. Nach dem Abklingen der Krankheit wachsen jedoch die Haare meist wieder nach.

Gehörgänge
Oft treten im Zusammenhang mit einer Schuppenbildung auf dem Kopf auch Rötungen mit mäßiger Schuppenbildung im Bereich der inneren Ohren auf. Diese Veränderungen der Haut ähneln manchmal einem Exzem und werden dann manchmal auch falsch diagnostiziert, besonders wenn ein Juckreiz dabei auftritt. Werden die befallenen Partien aufgekratzt, so können sich Infektionen bilden und Komplikationen auslösen. Das reinigen des Gehörganges mit einem Wattestäbchen kann zu einer Verstopfung des Gehörganges durch Schuppen und Ohrenschmalz führen. Dadurch tritt eine Verminderung der Hörleistung ein. Man sollte solche Wattestäbchen also nicht verwenden.
Hinter den Ohren befinden sich meist auch entzündliche, gerötete und juckende Stellen. Bei Brillenträger besteht die Möglichkeit, dass diese Stellen durch die Bügel der Brille verursacht werden.

Gesicht und Mund
Das Gesicht wird sinnlich selten von der Schuppenflechte befallen. Manchmal kann es jedoch durch lichtbedingten Reizungen, z. B. durch einen Sonnenbrand, zu einer ausgeprägten Rötung mit einer geringen Schuppung kommen. Dies betrifft meist den mittleren Gesichtsteil und den Haareansatz.
Äußerst selten tritt die Schuppenflechte auf den Lippen auf, wo sich weißliche Herde bilden können. Ein Befall der Schleimhäute findet normalerweise nicht statt.

Bei einer ausgeprägten, pustelförmigen Schuppenflechte werden die Lippen oft in Mitleidenschaft gezogen. Manchmal können auch helle Erscheinungen auf der Zunge und der Schleimhaut der Wangen beobachtet werden, die beim Essen störend sein können.

Hände und Füße
An den Fußsohlen kommt es meist zu scharf begrenzten und nur leicht geröteten Herden. Betroffen sind dabei meist nur die seitlichen Partien der Hände und Füße. Es tritt häufig eine ausgeprägte Schuppenbildung auf.
Ein großes Problem für die Betroffenen kann die besonders feste gelbliche Schuppenbildung bei einer mechanischen Beanspruchung bedeuten. Oft treten Risse in den betroffenen Stellen auf, die sehr schmerzhaft sein können und die Bewegung beeinträchtigen.
Bei geringen ausgeprägten Herden sollte der Arzt den Befall durch Pilze ausschließen und auch die Möglichkeit eines Kontaktekzems in Erwägung ziehen.

Genitale
Geschlechtsorgane werden sehr selten von der Schuppenflechte befallen. Sollte dies doch der Fall sein, so müssen die Betroffenen wissen, dass die Schuppenflechte keine übertragbare Krankheit ist, der Partner wird also nicht angesteckt.

Sind die Geschlechtsorgane von Schuppenflechte befallen, so können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten. Meist treten dabei auf der Eichel, der Vorhaut und den inneren Schamlippen rote Flecken auf, die nur wenig schuppen. Die Oberfläche dieser Punkte zeigt oft eine feine Strukturierung. Psoriasis an den Geschlechtsorgane wird oft übersehen beziehungsweise falsch diagnostiziert.

Hautfalten
An allen Körperregionen, in denen Haut auf Haut liegt und aufeinander scheuert, kann durch zusätzliche Schweißbildung und auch durch die Wärme Schuppenflechte entstehen.
Schuppenflechte kann durch mechanische Reize ausgelöst werden, durch die Feuchtigkeit und die Reibung werden die Schuppen jedoch schnell abgetragen. Es bleibt so nur ein scharf begrenzter Bereich, der eine starke Rötung zeigt. Die betroffenen Stellen brennen meist unangenehm oder jucken.

Es besteht die Möglichkeit der Verwechslung mit anderen Hautkrankheiten, was in Einzelfällen schon dazu geführt hat, dass mehrere Jahre vergangen sind, bis die Krankheit richtig diagnostiziert wurde.

Gerade in der Po-Falte wird oft anstatt der Schuppenflechte oft ein Exzem oder der Befall mit Pilzen angenommen. Es wird deswegen geraten, einen Arzt aufzusuchen, der sich mit all diesen Krankheitsbildern gut auskennt und schnell die richtigen Maßnahmen ergreifen kann.

Kreuzbeinregion
Diese Region des Körpers wird durch langes Sitzen stark belastet. Manchmal treten dann chronische Schuppenherde mit einer sehr starken Schuppenbildung auf. Die Haut unter den Schuppen ist bläulich und wirkt wie Leder.


Veränderungen der Finger- und Zehennägel
Bei circa 50% der Patienten an, die an einer Schuppenflechte erkranken, kann durch den Arzt einer Veränderung der Nägel festgestellt werden. Dabei liegt der Prozentsatz bei Patienten, bei denen die Schuppenflechte einer Gelenkerkrankungen zugewiesen werden kann, noch höher.

Die häufigsten Veränderungen sind so genannte Tüpfel- oder Ölfleckenbildungen. Beim so genannten Tüpfelnagel kann man Senkungen im Fingernagel erkennen. Die Ursache dafür liegt im punktuellen Befall der Bildungsstelle des Nagels. Neue Substanz des Nagels kann nicht richtig gebildet werden.
Jedoch können auch andere Krankheiten dafür verantwortlich sein, zum Beispiel Exzeme. Der Arzt sollte dies also prüfen.

Ist die Zone, in dem der Nagel neu gebildet wird, schwer beschädigt, so können auch Streifen- oder Wellenmuster auftreten.

Ölflecke entstehen durch kleine Herde auf dem Nagelbett. Es können wie auf der normalen Haut Entzündungen entstehen. Ölflecke entstehen meist am Rand und am vorderen Ende des Nagels. Dort zeigen sich zuerst rötliche Veränderungen. Später tritt eine starke Verhornung auf, die den Nagel leicht abhebt und oft auch gelblich oder rötlich verfärbt.

Typische Anzeichen der Nagel-Schuppenflechte
Die erwähnten Tüpfel oder Ölflecke treten meist an mehreren Nägeln beider Hände oder Füße gleichzeitig auf.
Im Gegensatz dazu beginnt ein Pilzbefall der Nägel fast immer an einem einzelnen Nagel und reitet sich dann aus.

Befall des ganzen Körpers mit Schuppenflechte (Psoriatische Erythrodermie)
Die schwerste bekannte Komplikation der Schuppenflechte ist ein Befall des kompletten Körpers mit Schuppenflechte. Dies kommt bei circa 2% der Erkrankten vor. Im Gegensatz zur normalen Schuppenflechte, wo nur einzelne Stellen von der Schuppenflechte betroffen sind, ist bei dieser Art der Schuppenflechte der gesamte Körper gerötet und verdickt. Dies sich bildenden Hautschuppen haften dabei nicht fest am Körper, sondern lassen sich leicht ablösen. Die Menge an Schuppen, die an jedem Tag produziert wird, ist sehr hoch. Dadurch resultiert ein hoher Verlust an Eiweiß. Auch die Anzahl der weißen Blutkörperlichen schon ist meist stark erhöht. Auf bildet sich auch durch die Entzündungen eine Vergrößerung der Lymphknoten. Zudem treten oft Fieber und ein allgemeines Gefühl der Krankheit bei den Erkrankten auf. Nach längerer Krankheit kann eine Beeinträchtigung der Regulation der Körpertemperatur, des Fliesverhaltens des Blutes, der Aufnahme von Nahrung im Verdauungstrakt als auch zu allgemeinen Störungen im Eiweiß- und Flüssigkeitsstoffwechsels. Alles in allem kann dies zu lebensgefährlichen Situationen führen.

Der Weg zu einer erythrodermischen Psoriasis verläuft grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten:

1.: Einzelne Herde der Schuppenflechte vergrößern sich und bedecken schließlich den gesamten Körper

2.: Aufgrund starker Hautreizungen oder durch eine zu aggressive Therapieform, die eine heftige Reaktion des Körpers auslöst.

Aus früheren Zeiten ist bekannt, dass nach der Einnahme von Cortison anfänglich eine schnelle Heilung der Schuppenflechte-Herde eintritt. Nach dem Absetzen der Medikamente entstehen jedoch schnell wieder neue Schübe, die bis zum gesamten Befall des Körpers mit Schuppenflechte führen können. Eine zusätzliche Komplikation bei dieser Art der Schuppenflechte ist das ausfallen der Haare, da die Haarwurzeln sich entzünden können. Eine Glatzenbildung ist jedoch selten. Außerdem wachsen die Haare wieder nach, wenn die Krankheit vorbei ist.

 

Befall der Gelenke bei Schuppenflechte (Psoriasis arthropathica)
Bei über 5% der Patienten kann mit einer Beteiligung der Gelenke an der Krankheit gerechnet werden. Dabei können folgende unterschiedliche Typen auftreten:

Endständiger Typ
Dieser Typ ist bei zirka 30% der Patienten zu finden. Dabei sind Männer häufiger als Frauen vertreten. Vor allem Finger- und Zehengelenke sind von Entzündungen betroffen, haben schmerzhafte Schwellungen und es sind in der Bewegung eingeschränkt. Die Stärke des Befalls ist unterschiedlich, manchmal ist nur ein Gelenk davon betroffen, manchmal aber auch alle Hände und alle Füße. Oft wird von einer besonderen Steifigkeit der Gelenke am Morgen berichtet. Eine rasche Besserung ist durch Bewegungsübungen zu erwarten. Oft findet man zusätzlich Veränderungen der Nägel vor.

Deformierender Typ
Es können sowohl kleine als auch große Gelenke davon betroffen werden, zum Beispiel auch die Wirbelsäule oder das Becken. Man erkennt in einem Röntgenbild Abbauvorgänge der Knochen, besonders betroffen davon sind kleine Röhrenknochen. Im fortgeschrittenen Stadium ist oft die eigentliche Gelenkform nicht mehr zu erkennen.
Diese Art der Erkrankung führt schnell zu einer hohen Behinderung der Bewegung.
Oft tritt dieser Art der Schuppenflechte bei schweren Arten, wie zum Beispiel der Puste pusteligen Schuppenflechte oder Erythrodermie auf. Durch eine Schonung der Gelenke oder durch wenig Bewegung wird diese Krankheit noch verschlimmert.

Primär chronischer Polyarthritis-Typ
B ei dieser Art ist in erster Linie die Wirbelsäule, speziell die Wirbelkörper, betroffen. Auf einem Röntgenbild lassen sich stark verschmälerte Spalten in den Gelenken sehen, aber auch Auflockerungen der Knochen, ein Umbau der Knochen oder ein Abbau der Knochen. Es kann auch vorkommen, dass die Knochenhaut selbst zum Knochen wird und sich dadurch Entzündungen der Sehnen bilden. Zu Beginn der Krankheit kann es manchmal vorkommen, dass ein Stillstand eintritt oder sogar eine Besserung. Eine Rückbildung der eingetretenen Veränderungen ist allerdings sehr selten.

Die Veränderung der Gelenke kann gleichzeitig mit Veränderungen der Haut auftreten. Oft sind sie aber als Vorläufer der Hautveränderungen bekannt. Veränderungen an den Gelenken werden oft nicht einer Schuppenflechte zugeordnet, sondern oft als Rheuma abgetan. Da aber bei über 60% der Patienten eine zusätzlich Veränderung der Nägel auftritt, kann daran eine Schuppenflechte erkannt werden.