REIZFAKTOREN
Unter den so genannten Reizfaktoren werden Ursachen zusammengefasst,
die eine Psoriasis auslösen können. Es hat sich zum Beispiel
gezeigt, dass ein physikalischer Druck, Verletzungen, Medikamente
oder auch Infekte bei einer vorliegenden Veranlagung eine Erkrankung
auslösen können.
Mechanische und traumatische Reizfaktoren
Die Medizin bezeichnet psoriatische Hauterscheinungen, die wegen einer
mechanischen Reizung der Haut aufgetreten sind, als so genanntes Koebner-Phänomen.
Die mechanische Auslösung einer Schuppenflechte ist sehr häufig.
Auslöser sind oftmals Armbanduhren oder Armbänder, Schnitte
oder Kratzer, aber auch Narben. Weitere äußere Faktoren,
die die Krankheit auslösen können, sind zudem Verbrennungen,
wie zum Beispiel bei einem Sonnenbrand oder Verbrühungen.
Beobachtungen haben zudem gezeigt, dass auch nach einer Impfung eine
verstärkte Schuppenbildung an der betroffenen Stelle ausgelöst
werden kann.
Kleidung
Synthetische Stoffe sind bei dieser Krankheit eher ungünstig,
da sie die Atmung der Haut beeinträchtigen. Es bildet sich verstärkt
Schweiß, der vor allem in den Hautfalten, also z. B. unter den
Armen, den Leisten, der Po-Falte und bei Frauen unter den Brüsten
für neue Herde verantwortlich sein kann.
Besser ist es, wenn man glatte Naturstoffe, als zum Beispiel Baumwolle,
Leinen oder Seide, verwendet. Bei Schafwolle sollte man vorsichtig
sein, da sie bereits erkrankte Haut zusätzlich reizen kann.
Neben dem Stoff der Kleidung ist natürlich auch die Art der
Kleidung selbst entscheidend. Enge Hosen, Röcke oder bei Frauen
ein zu enger BH sollten nicht getragen werden, da die Haut Luft
zum Atmen braucht. Ein häufig anzutreffendes Merkmal einer
Schuppenflechte ist, dass an Orten einer übermäßig
starken Reizung, als zum Beispiel unter eng anliegenden Trägern
oder Gürteln, vermehrt Schuppenbildung auftritt.
Hautschäden
Es hat sich gezeigt, dass jede Beschädigung der Haut ein möglicher
Auslöser einer Schuppenflechte sein kann. Vor allem die Hände,
der Handrücken und die Unterarme sind besonders oft betroffen.
Die Ursachen liegen im häufigen Waschen und einer fortgesetzten
mechanischen Belastung. Diese Hautstellen bilden zuerst Rötungen,
die später Bläschen, Schuppen oder auch Krusten ausbilden
können. Des weiteren entstehen kleine, manchmal auch schmerzhafte,
Risse in der Haut.
Medikamente und Alkohol
Wenn eine Schuppenflechte zur ersten Mal bei einem Erwachsenen auftritt,
so kann dies an eingenommenen Medikamenten liegen. Auch eine plötzliche
Verschlechterung einer bereits bekannten Erkrankung kann durch Medikamente
bedingt sein. Der Arzt sollte hier auf bestimmte Medikamente achten,
die bei zu hohem Blutdruck eingesetzt werden. Wird ein Zusammenhang
festgestellt, so sollte natürlich das Medikament durch ein
anderes ersetzt werden, wenn dies möglich ist, beziehungsweise
das Medikament sollte komplett weggelassen werden. Ein Zusammenhang
zwischen Erkrankung und der Einnahme der Medikamente ist um so wahrscheinlicher,
je näher der Zeitpunkt der Erkrankung mit dem Zeitpunkt der
ersten Einnahme zusammen liegen.
Ein Medikament, das bekanntermaßen bei einer bestehenden
Veranlagung zur Schuppenflechte die Krankheit auslösen kann,
ist Lithium. Dieses Lithium wird jedoch nur selten und auch nur
bei psychischen Erkrankungen eingesetzt.
Als weitere Auslöser von Schuppenflechte gelten auch Medikamente
gegen Malaria.
Ein weiterer häufiger Reizfaktor ist Alkohol. Regelmäßiger
Genuss von Alkohol kann dazu führen, dass sich die Erkrankung
weiter ausbreitet, chronisch wird und die Behandlung erschwert.
Man sollte bei einer Erkrankung also weitestgehend auf Alkohol verzichten.
Infektionen
Besonders bakterielle Halserkrankungen können eine Schuppenflechte
auslösen. Dies findet man überwiegend bei Kindern und
bei Jugendlichen häufig. Während der Infektion entstehen
typische Hautstellen. Speziell bei dieser Form der Erkrankung kann
auch das Gesicht von einer verstärkten Schuppenbildung betroffen
sein. Die Erkrankung greift dann schnell auf den gesamten Körper
über, man nennt sie daher auch akut-exanthematisch. Ein typisches
Anzeichen dafür ist eine starke Rötung der einzelnen Herde
und eine stark haftende Schuppenschicht. Verantwortlich für
die Erkrankung ist wie gesagt der Infekt, nicht die möglicherweise
wegen der bakteriellen Infektion gegebenen Antibiotika. Diese können
jedoch den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Sie können
die Heilung manchmal sogar beschleunigen. Ein weiteres typisches
Merkmal ist zudem, dass sich die Schuppenflechte nach der Heilung
des Infektes wieder zurückbildet. Deswegen sollte eine Therapie
möglichst mild gestaltet werden. Es haben sich abschuppende
Cremes und eine Bestrahlung mit UV Licht bewährt.
Bei Virusinfektionen, wie zum Beispiel Röteln und Masern,
aber auch bei einer Gürtelrose, können manchmal typische
Hauterscheinungen für eine Schuppenflechte an den betroffenen
Stellen auftreten.
Ein Pilzbefall, vor allem durch Hefepilze, tritt meist in Hautfalten
auf, also zum Beispiel zwischen den Fingern und den Zehen, an den
Leisten, am Gesäß, in den Achseln oder im Bauchnabel.
Sollte der Patient stark übergewichtig sein, so kommen zusätzlich
noch Bereiche mit größeren Hautfalten dazu, besonders
in der Bauchgegend oder unter den Brüsten.
Die dort angesiedelten Hefepilze können eine Schuppenflechte
auslösen.
Generell kann man jedoch nicht sagen, dass Hefepilze und andere
auf der Haut existierenden Pilze eine Schuppenflechte auslösen
müssen. Zwar kann ein Pilz, ein Bakterium oder ein Virus die
Ursache für eine Schuppenflechte sein, jedoch nur dann, wenn
eine Veranlagung zur Krankheit besteht.
Andere Erkrankungen
Auch andere Erkrankungen können zur Ausbildung der Schuppenflechte
beitragen. So ist z. B. eine Zuckerkrankheit (Typ II Diabetes) im
höheren Alter die Ursache für die Entstehung einer Schuppenflechte.
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